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  • Michael Böttcher

Unser Orchesterprojekt 2019

war in diesem Jahr zu hören in einer Matinéeveranstaltung auf der Bundesgartenschau Heilbronn im Sparkassenzelt am 14.09.2019 um 10.30 (Generalprobe in Weinsberg und Vorkonzert am 12.09.2019 in der Saline, Offenau. Programm: Aaron Copland: Four Dance Episodes from RodeoHenryk Gòrecki: Drei Tänze op. 34Antonin Dvoràk: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 (Solist: Sebastian Erlewein)Obwohl gut besucht und frenetisch bejubelt, erschien keine Kritik in der Heilbronner Stimme, geschuldet wohl der Vielzahl hochkarätiger BUGA-Veranstaltungen.Der Programmflyer berichtet unter dem Motto "Ost-West-Beziehungen": Im Zentrum unseres heutigen Konzerts steht das wohl berühmteste aller Cellokonzerte, das Konzert in h-Moll von Antonin Dvorak. Der Tscheche Dvorak hatte 1892 eine Stelle als Direktor am National Conservatory of Music in New York angetreten - eine äußerst renommierte und lukrative Stelle, die zunächst für zwei Jahre geplant war, aber dann um zwei weitere Jahre verlängert werden sollte. Sicher trug auch Dvoraks Heimweh nach seinem geliebten Böhmen dazu bei, dass der Kontrakt im April 1895 gelöst wurde und der Komponist zurück nach Prag reiste. So finden sich in diesem reifen und ungeheuer sorgfältig gearbeiteten Werk musikalische Einflüsse der "neuen Welt" (das vom Horn vorgetragene Seitenthema des ersten Satzes erinnert beispielsweise an das Spiritual "Go, tell it on the Mountain") ebenso wie Anklänge an böhmische Volksmusik. Und Dvorak zitiert sich selbst: Im langsamen Satz und am Ende des Finales ist ein Zitat aus seinem Lied "Lasst mich allein" (Op. 82/1) zu hören, dem Lieblingslied seiner Schwägerin, die im Frühjahr 1895 verstarb - und in die Dvorak heimlich verliebt war.  

Wenn die amerikanischen Einflüsse in Dvoraks Konzert eher versteckt und hintergründig sind, so treten sie in Aaron Coplands Ballettsuite "Rodeo" plakativ und effektvoll hervor: Wenn der "Buckaroo", der Cowboy des amerikanischen Westens, feiert, dann geht es zur Sache - die Musik trumpft mit rhythmischer Spielfreude auf, das Blech schmettert, und wenn im Mittelteil die Musik in komischer Ratlosigkeit nicht weiter zu wissen droht und Generalpausen den Notentext durchziehen, dann dauert es nicht lange, bis wir wieder Fahrt aufnehmen. Die stimmungsvollen Mittelsätze schildern eine ruhige Szene an der nächtlichen Pferdekoppel und einen sentimentalen Walzer im Salon - vor dem die Instrumente gut gestimmt werden müssen. Im abschließenden "Hoe-Down" gibt es dann kein Halten mehr: Mit Fiddle-Tunes und vielfältigem "Yippie-Yeah"-Gejohle führt er die Suite zu einem mitreißenden Abschluss.

Aus dem Osten klingen die "drei polnischen Tänze2 von Henryk Nikolaj Gorecki heran: Enorm kraftvolle, bisweilen an Stravinsky erinnernde Ecksätze umrahmen ein zartes Andante von zerbrechlicher Schönheit. Das polnische Idiom ist unverkennbar, besonders im dritten Tanz, der sein Thema vom zarten Fagottsolo bis zum brachialen Paukendonner einer gigantischen Steigerung unterwirft, der sich Hörer und Spieler nicht entziehen können.  

Als Solist ist heute im Dvorak-Konzert Sebastian Erlewein zu hören - ein Mann der ersten Stunde im Dozentenkreis der Jungen Orchesterakademie, der seit der Gründung 1992 alljährlich als Dozent und Stimmführer seiner Cellogruppe unbezahlbare Impulse vermittelt hat. Es ist uns ein ganz besonderes Vergnügen, ihn heute einmal als virtuosen Solisten erleben zu dürfen!



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